Kuhl

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
die. Das nie der deutsche Wort kuhl bedeutet Vertiefung, Einsenkung, Höhlung, Loch, Grube, Grab. Die Kuhl an Bord war früher größer, weiter ausgedehnt, denn sie umfaßte den ganzen vertieften Raum zwischen Back und Schanze (jetzt Kampanje), der nun in zwei Teile zerfällt, in den Teil hinter dem Großmast: das Achterdeck, und den vor dem Großmast, die Kuhl. Während der erstere Teil an Würde und Ansehen sehr gestiegen ist, ist der zweite eben so sehr gesunken, indem hier nun der Hauptraum von der Barring, die auch Kuhbrücke (eigentlich Kuhlbrücke) heißt, überdeckt wird. Es werden nämlich die Borgstengen und Borgrahen, überhaupt die Reserve-Rundhölzer hier so angebracht und gelagert, daß sie eine Art Deck, ein Dach, eine Brücke bilden, eben die Kuhbrücke. Auf dieser werden dann die schweren Schiffsbeiboote, Barka en und Pina en, aufbewahrt. Der Raum unter der Kuh(l)brücke heißt be sonders die Kuhl, der Raum „ vor dem Mast‟; da ist die Mannschaft unter sich und kann sichs gemütlich machen, doch herrschen auch hier, wie bei jedem Zus am men leben von Menschen, ungeschriebene, stillschweigend anerkannte Gesetze der Raumverteilung.
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