Küste

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
die, = Ufer, Seeufer, Gestade; hochdeutsch seit dem 17. Jahrhundert, (zuerst bei Stieber). Romanisches Wort, altfranzösisch coste, neufranzösisch côte, italienisch und spanisch costa, eigentlich Rippe, Seite, dann auf die Seite, den Landstreifen am Meere übertragen. Wenn Hildebrand (Grimm V 2878) meint: „zu uns wird es über Holland gekommen sein, denn schon Kilian am Ende des 16. Jahrhunderts verzeichnete kuste, koste, sodaß der Übertritt des o in ü mit von dort ausging‟, so ist daraus nicht zu schließen, daß bei Kilian sich die erste Spur des Wortes überhaupt findet, denn schon 1400 hat das Seebuch kost und koste. Meist heißt freilich im Mittelniederländischen die Küste „wal‟. „So de wind lange up de wal hadde gestahn und sick den wedder na der see kehrt, so kamen de floden spader.‟ Niederländisch wal, „aan den wal gaan‟, an Land, auf Urlaub gehn. Kilian hat auch schon die Form see-kant, die als water kant an der Nordsee we it verbreitet ist. Im Beówulf dagegen kommt wael vor, Wall, Damm, Schanze, Ufer.
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