Ahming

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 1
die. Auch kurzweg die Ahm genannt, bedeutet dieses Wort das vorn und hinten am Schiff angemalte Maß, welches den Tiefgang de elben anzeigt; beruht nach Kluge auf mit tel late in is chem Worte ama, Gefäß, Weinmaß, griechisch ame, lat. ama, Feuereimer. Im Mittelhochdeutschen wurde, wie in Mond, das a zu o, daher das neuhochdeutsche Ohm. Im Mittelniederdeutschen hieß es ame und bedeutete „das bei der Obrigkeit aufbewahrte (gewöhnlich kupferne) Richtmaß, nach welchem die im Verkehr zu gebrauchenden Meßgefäße geprüft und alsdann mit einem Zeichen ihrer Richtigkeit vom Eichmeister versehen wurden‟. Auch dieses Zeichen hieß ame; die Thätigkeit des Eichmeisters amen; hochdeutsch ahmen; daher das Wort nachahmen , das einzige von der Sippe, das uns in der Umgang prache geblieben ist und alle Tage gebraucht wird: „nach Maßgabe eines Musters sich ähnlich ausdrücken oder betragen‟. Dieses Nachahmen hieß lange Zeit einfach ahmen.  —  Das Wort Ahming ist in Gefahr durch „ Tiefgangsmarke ‟ verdrängt zu werden; es wäre schade, man könnte dann auch ebenso gut Au chlammungs-Maschine anstatt Bagger oder Holzglättungsinstrument anstatt Hobel sagen.
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