Porteurleine

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 6
die, ist die Leine, die den Anker unter dem Krahnbalken festhält. Breusing nennt Pertürleine „das Tau, welches den Anker, ehe man ihn fallen läßt, unter dem Krahnbalken festhält oder trägt‟ und sagt, daß er „offenbar von dem französischen porteur abzuleiten ist.‟ Diese Able i tung liegt allerdings nahe genug. Man könnte ohne Weiteres an portere, port are denken, wenn nicht nur das Deutsche, Holländische, Dänische und Schwedische, sondern auch das Englische, Französische, It alien is che, Spanische und Por tug is is che eine Porteurleine hätten. Aber die roman is chen Sprachen, die es doch zuerst haben müßten, wenn es von port are käme, haben dieses Wort nicht. Und doch steckt port are sicher darin. Darum denke ich an einen Umweg, nämlich zunächst an das französische port-bo oir, an das unter dem Krahnbalken sitzende, demselben Halt und Stütze verleihende Knie. Mit diesem port hält die genannte Leine nächste Nach bars chaft, und nach solcher Nach bars chaft sind zahlreiche seemännische Ausdrücke gebildet, vergl. Klaue und Nock. So mag das Wort zunächst Porterleine geheißen haben, und Porteurleine würde dann wi enschaftliche Umbildung im Gedanken an Porteur sein, vor genom men bei der Übernahme ins Hochdeutsche. Die Form Pert url in ist nie der deutsch.  —  Es kommt allerdings auch die Form Pent url eine vor, so daß  —  vergl. Penterhaken  —  „Porteur‟ vielleicht nur eine etymologische Veränderung von „Penter‟ ist. Es wäre freilich auch denkbar, daß das „Penter‟ in Penterhaken von dem „Porteur‟ in Porteurleine käme.
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