Kutter
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
der, in der Marine das Beiboot zum Rudern oder Segeln, das be sonders für die Fahrten der Offiziere an Land etc. etc. bestimmt ist, größer als die Jolle, kleiner als die Barka e und auch vornehmer in Linienführung und A us stat tung. — Sonst ein Fahrzeug das sich wenig von einer Jacht unterscheidet. Der Kutter, den Roeding abgebildet hat, trägt einen Pfahlmast, daran einen Besan, ein Mar egel geringeren Umfangs, ein Bramsegel und davor ein Stagsegel und einen Klüver; er macht den Eindruck eines „schneidigen‟ Seglers. Daher hat schon Halbert sma, Lex. Fris. vermutet, der Name komme von cut, schneiden (französisch couteau, lateinisch cultellus, Me er): „a nimble boat cutting the water.‟ Roeding berichtet von seiner Zeit (1794): „Wegen ihrer außerordentlichen Geschwindigkeit im Segeln werden sie in England viel zum Kontrebandehandel gebraucht. Die Regierung hält daher auch Kutter zu Küstenbewahrern, um diese Schleichhändler einzuholen. Letztere führen ungefähr 30 Mann Besatzung, 6-8 Kanonen und einige Drehba en. Kutter welche in England zur Kauffardey bestimmt sind, dürfen nach den Gesetzen nicht so hohe Take las che führen, als die Küstenbewahrer, dam it sie diesen nicht entgehen können. Die Kutter dienen im Kriege auch zur Kaperey und als Advis-Jachten und Paquet-Bote. In Frankreich und in sonder he it zu Dünkirchen bauet man sie jetzt ebenfalls.‟ l.
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