Maus

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 6
die. Man sollte annehmen, daß dieses Subs tanti vum in seiner Bedeutung nahe verwandt wäre mit einem ebenfalls seemännischen Zeitwort mausen . Es gehen jedoch die Be griffe zunächst sehr we it a use in an der. Eine Maus ist eine knotenförmige Verdickung eines Taus an einer Stelle, wo ein um das Tau gehendes Auge am Zuschlieren verhindert werden soll oder einer Zeising fester Halt soll verliehen werden, daß sie nicht rutschen kann; diese Maus wird auf die Kabelaring gesetzt, jene auf das obere Ende des Stags, wo das Stagauge aufzuliegen kommt. Mausen aber heißt die offene Seite eines Blocks so schließen, daß er nicht aushaken kann; es geschieht mit Kabelgarn, das mit einem Schnitt leicht wieder zu entfernen ist.  —  Beide Wörter haben mit Maus und mausen im hochdeutschen Sinne gar nichts zu tun, sie stellen vielmehr eine sehr irreführende hochdeutsche Verdunkelung eines sonst ganz klaren niederdeutschen Wortes dar, wobei es lehrreich ist zu sehen, wie Maus und mausen je eine besondere Seite der beiden in dem niederdeutschen Worte möten liegenden Be griffe entwickelt haben; möten heißt nämlich zunächst einfach „zusammenkommen‟, zus am men tref fen, begegnen, aber es ist eine vox media, das Zus am men tref fen kann im günstigen, es kann auch im ungünstigen Sinne gemeint sein und im letzteren Falle „Wider stand leisten‟, hemmen, hindern bedeuten. Und nun bedeutet das nie der deutsche Zeitwort möten  —  mausen  —  das Zusammenkommen der beiden Teile eines Hakens, das Zus am men tref fen des offenen Teiles mit dem anderen Teil in der Kabelgarnzeising. Das nie der deutsche Hauptwort möte aber bedeutet Hemmung, Hinderung. Dadurch, daß ein Block gemaust wird, wird er auch gehemmt und gehindert, nämlich am Aushaken, aber deutlicher wird doch das Bild, wenn wir den Begriff „zusammenkommen, sich vereinigen‟ festhalten, zumal alle Sprache Bildersprache war.  —  Es ist also anzunehmen, daß die Maus ursprünglich, als das Hochdeutsche noch nicht dazwischen gekommen war, möte hieß, mausen aber möten. Daß man überhaupt auf eine „Uebersetzung‟ durch Maus kommen konnte, mag seine Erklärung, also seine Entschuldigung darin finden, daß möte altsächsisch muot, mittelhochdeutsch muot, auch muoz und moz hieß.
Readham'da tam maddeyi gor →