kreuzen
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
Eigentlich (= to cro ) durch etwas ein Kreuz machen, durchkreuzen, au treichen, zu nichte machen. Im Seemännischen heißt es zunächst: sich aufkreuzen, wegen ungünstigen Windes, bei dem man nicht Kurs steuern kann, so kreuzen, daß man so hoch beim Winde segelt und segelnd hinund herfährt, daß bei jedem Schlage, bei jedem Hin und bei jedem Her etwas von der eigentlichen Kursrichtung gewonnen wird und so das Schiff, wenn auch recht langsam, doch zu seinem Ziele kommt. Es mag der Gedanke zu Grunde liegen, daß auf diese Weise der eigentliche Kurs immer wieder gekreuzt wird, so daß jeder Schlag mit ihm ein Kreuz bildet; vielleicht hat auch die Redensart „kreuz und quer‟ mitgespielt; gleichbedeutend mit laviren. — Sodann heißt kreuzen auch: sich längere Zeit auf einer und derselben Stelle, an derselben Küste, in demselben Meere, auf derselben Station sich aufhalten und hinund herfahren um die Flagge zu zeigen und die In teres sen seines Landes und seiner Angehörigen wahrzunehmen; im Kriege einen Hafen, eine Küste blockie ren, feindliche Schiffe kapern etc. etc. Dabei ist an „Sichaufkreuzen‟ nicht gedacht, sondern nur an das Hinund Herfahren. Daher der Name „Kreuzer‟ für Schiffe die den angegebenen Zwecken dienen, sich aber von dem „Aufkreuzen‟ immer weiter entfernen, da sie immer mehr auf die Dampfkraft gestellt werden, der man vor fünfzig Jahren, zur Zeit der „Deutschen Flotte‟, noch so wenig für Kriegszwecke zutraute.
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