Strand
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
der, sonst ein Streifen am Meer, der bald von der Flut mit Wa er bedeckt, bald von der Ebbe trocken gelegt wird, der also einmal Land und einmal Wa er ist; so im „Seebuch,‟ 1400, und noch bei Röding 1794. Jetzt aber ziemlich gleichbedeutend mit Küste, namentlich wenn diese flach ist. Allen falls daß man in Seebädern im be sonde ren Sinne von einem (sandigen, nicht schlickigen) Badestrande redet. — Auch stranden wird nicht mehr als scharf umgränzter Begriff gebraucht, sondern häufig mit scheitern zusammengeworfen, wiewohl man doch stranden kann ohne zu scheitern, da schon manches gestrandete Schiff aus eigener Kraft oder mit fremder Hilfe wieder flott geworden ist, sogar ohne irgendwelchen Schaden zu nehmen. — Das Wort Strand ist ziemlich spät aus dem Niederdeutschen ins Neuhochdeutsche übergegangen. — Was die sehr schwierige Deutung des so einsam und allein im weiten Sprachgebiet stehenden Wortes betrifft, so sieht es be in a he so aus als ob die Bedeutung „sandiger (Bade-)Strand‟ die ursprüngliche wäre, indem, wie Doornkaat anzunehmen geneigt ist, ein schallmalendes Thema stradht zu Grunde liegen könnte, daß das Knirschen des Sandes beim Betreten andeuten dürfte.
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