Welle
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
die. 1. die bekannte, wälzende, wogende, flutende, rauschende Bewegungsform des Wa ers. 2. die Schraubenwelle, die lange Achse, die die Verb in dung der Schiffsdampfmaschine mit der Schraube herstellt. Beide Wörter haben mit Welle = Reisigbündel, mit Walze, Walzer, Walfisch, wallen und vielen andern ein und denselben Ursprung, von der in do german is chen Wurzel wel, drehen, walzen; althochdeutsch well an (lateinisch volvere), angelsächsisch we all an, wellen, wogen, we all i an umherstreifen. Eine Welle ist also etwas, das sich wälzt (1) oder sich dreht (2). Natürlich ist die Bewegung einer Meereswelle nicht nur eine Bewegung um die eigene Achse, so daß die einzelne Welle immer an derselben Stelle bliebe, sie bewegt sich auch nebenbei noch weiter vorwärts (oder rückwärts), je nach Gewalt und Richtung der be we gen den Kraft. Man vergleicht eine Welle am besten mit der auch sprachlich verwandten Walze, die sich sowohl um ihre eigene Achse als auch vorwärts oder rückwärts bewegt. — Wellenberg ist der über den gewöhnlichen Was ser spiegel erhabene Teil einer Welle, Wellenthal der unter demselben befindliche. Die Spitze eines Wellenberges heißt Wellengipfel , fortgesetzt gedacht: Wellenkamm . — Ein Well enb rec her ist ein Steindamm oder der glei chen vor einem Hafeneingang, wie z. B. das Breakwater vor Plymouth, mit dem Zweck, den Schiffen im Hafen ein ruhigeres Liegen zu verschaffen. Neuerdings giebt es auch auf den Panzern Well enb rec her ; sie bilden bei niedrigem Vorderteil eine Art Schanzkleid auf der Back, das Überbrechen der Wellen zu verhüten.
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