Galeere
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
Galei, Galeide, Galee, Galé, Galea, Galia, Galine, Galea e, Galeone, Galeote, Galiote, Galeazza, Gale rate, Galione, Galizabra, Galeota u. s. w. sind verschiedene For men eines Schiffsnamens de en einfachste Gestalt Galee ist. Bei allen landesüblichen Vers chi eden he i ten ist doch bis in die neuere Zeit dies festgehalten worden: es handelt sich um ein schmales Schiff das gerudert wird, oder, wenn es für gewöhnlich auch segelt, doch in gewi en Fällen gerudert werden kann. Hier eine late in is che Beschreibung aus Venedig aus dem Jahre 1501: „Gale ace arum quamlibet cuparum quin gent arum sub tegmine: in detecto autem totidem pond us deport are, inquiunt. Cupas (Tonnen) vero singulas ponder is mille librarum computant... Gale ace arum quaelibet ducentorum fere hominum ministerio, stipendio conductorum indigere videtur. Ad remorum, ac velorum administrationem, centum quin quag int a addicuntur, tot enim remos quaelibet ipsarum (quamvis ob Navigii magnitudinem rem is parum utantur) affert. Nam solo tempore malacia rum, ut proximum aliquem portum ingrediantur, et exeant, aut se in aliquam partem mutent, et convolvant, rem is agitur.‟ Und eine nie der deutsche (Rostock 1519): „So we avervaret mit einer Galleiden, dat is ein lankhaftich schip, unde geit van dem einen over bet to dem anderen jo bilank dem overe unde holt alle nacht to lande, unde heft sostich banke in beiden halven, unde to jewelker bank horen dre man mit roderen unde en schutte, unde nemet alle dage versche spise unde kost, des men in den koggen nicht hebben mach.‟ — Zur Erklärung hat man auch hier gemeint, das Arabische heranziehen zu sollen und an châlia, junges Kamel, dann kleines Schiff gedacht. Und wer wüßte nicht, daß umgekehrt das Kamel oft genug „das Schiff der Wüste‟ genannt worden ist. Aber wir haben eine nähere, be ere Erklärung: das griechische galeos, Haifisch, oder galeotes, Schwertfisch. Namentlich die Gestalt des letzteren dürfte bei der Benennung den Au chlag gegeben haben, war auch be sonders pa end wegen des „Rammsporns‟ von dem wir in einer alten Beschreibung der Galea lesen: „lignum a prora praefixum habet et vulgo calcar dicitur, quo rates hostium transfiguntur percu ae.‟ Althochdeutsch galie, galine = Galeere, langes Ruderschiff, davon galiner, Schiffer auf einer galine, und galinhus, Schiffshaus, Arsenal. Mittelhochdeutsch hieß galiot Seeräuber, Schiffer, Fährmann, eigentlich Galeerensklave. Gerade durch die armen an die Ruder bank Jahre lang Tag und Nacht angeschmiedeten Gefangenen ist das Wort Galeere ja zu weiterer Verbreitung gelangt als andere mittelalterliche Schiffsausdrücke. — Für unsere he i misc he Seefahrt kommen jetzt nur noch (Galeas sen) Galja en (s. Fastgaljaß) und Galioten in Betracht. Letztere, Wangerooge sagt galjot, haben zwei Masten und ein rundes Heck, wodurch sie sich von den Galja en mit plattem Heck unterscheiden.
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