Holm
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
der, hieß im Mittelniederdeutschen Insel, auch in einem Flu e gelegene Insel, hauptsächlich im Ostseegebiet, doch nicht auf da elbe beschränkt, denn „a. 1203 quemen de graven tor Hoya ut Fre lande (sic) und begunden eine festen to buwen up einen holm, so in der We er beflaten was.‟ Heute gebrauchen wir das Wort nur noch als Ortsbezeichnung: Bornholm, der Dänholm, Stockholm etc. etc. Im Angelsächsischen bedeutet es Meer, See; doch steht diese Bedeutung da ganz allein, so daß sie auf irgend einer Zufälligkeit beruhen mag, und uns nicht hindern kann, das Wort da hin zus tellen, wohin es sprachlich gehört, zu coll is, culmen. — Weil auf solch einem Holm häufig ein Platz zum Schiffbau sich fand, so ist das Wort auch eine der mancherlei Bezeichnungen für Werft. — Ein Holm ist bewachsen, vgl. Manson, See-Buch, Lübeck 1735, die Seg elan we i sung nach Wismar. „Die Wis sens chaft oder die Märke hinein zu lauffen seynd diese: drinnen in Wißmar stehen zweene hohe Thürm, der Westere ist dick und oben stumpf, der östere schmal und spitzig, und die Kirche, da der schmalste Turm aufstehet, heist St. Nicolai-Kirche. Wenn man kommt au en vor Hannibal, und wil ins Mittel-Tieff ein, soll man so lauften, daß man den östlichen schmalen Turm von St. Nicolai Kirchen in etwas nahe zusammen mit der west lichen Ecken von Pöel bekomme, und halte die so stehend, und gehen Süd-Südosten in und la e Hannibal an Baackbord, und Lips, welches ist ein kleiner Graßholm, am Stührbord, von welchem Holm auf allen Seiten langer Grund au chiest.‟ — „Manchmal auch unbewachsen; derselbe über die Einfahrt von Gothland: „bleiben zweene kleine blo e Holmen am Baakbord.‟ — Manchmal auch ein Berg; vergl. Lucas Janszoon Waghenaer „Spiegel der Zeevaerdt‟, 1588, „Van daer naer de Corona zeyltmen aen S. ende S. ten O. ter tijt toe men een stuck weechs binnen den toren is, die op een ronde holm oft berch staet, so sietmen aen stuyerboort een cleyn Eyland daer een Kercxken op staet.‟
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