Wrange

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
die, bedeutete ursprünglich nur ein schiefes, schräges, umgebogenes Stück Holz beim Schiffbau und ward früher als Spiegelwrange für den schiefen Verb and zwischen Steven und Randsomhölzern und als Bodenwrange oder Flurwrange für den Lieger oder das Bauchstück zunächst am Kiel gebraucht. Jetzt, im Eisenschiffbau ist Spiegelwrange ganz weggefallen, über Bodenwrangen aber schreiben Dick und Kretzschmer I 83: „Der Kiel ist der unterste Teil des Schiffes, gewi ermaßen seine Grundlage; auf ihm stehen die Querspanten oder Rippen, welche die Schiffsform bilden und die aus einer Verb in dung von Stahloder Eisenplatten mit Façonstahl oder -Eisen bestehen. Ihre im Boden liegenden querschiffs angeordneten Plattenteile nennt man Bodenwrangen , auch Bauchstücke.‟ Der Name Wrange ist also geblieben. Bei Aubin 1702 heißen die Wrangen varangues; man sieht auf den ersten Blick daß auch dieses Wort, wie so viele andere der Seemann prache, die Franzosen von uns entliehen haben; fürs Niederländische giebt der Genannte: Buikstukken, Leggers, vloer-wrangens, vloer-houten, Wrangens op de Kiel an.  —  Im Ostfriesischen ist wrange oder wranger  —  vergl. das hochdeutsche Range  —  ein „verdrehter‟ Mensch, Quälund Plage geist, querköpfiger Mensch; wrang aber heißt zusammenziehend, niederländisch wrang, mittelniederländisch wrangh. Es kommt mit dem englischen wrong, wrang, verdreht, verkehrt, schief, krumm, töricht, schlecht, schlimm, unrecht, ungerecht, von wringen, Präteritum wrang, sich drehend und windend bewegen z. B. na e Wäsche auswringen; meist mit der Nebenbedeutung daß das Drehen mit Drang und Druck geschieht. Diese hat Bodenwrange freilich nicht, aber der Begriff Drehung, Biegung hat hier den Au chlag gegeben.
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