Läufer

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
der, ehedem ein Mann de en Beruf das Laufen war, ein Bote zu Fuß, Diener in besonderer Kleidung, der Kutsche Vornehmer vor a us lauf end um Raum zu schaffen, auch Aufwärter etc. etc. (Ein Lauffeuer ist ein Strich ausgeschütteten Pulvers zum Anstecken von Gegenständen aus größerer Entfernung.) Seemännisch: 1. Das Ende eines Takels, einer Talje, einer Jolle an dem die Matrosen holen, und zwar sollen sie, be sonders auf Krieg chiffen, möglichst schnell holen, laufend holen, indem sie mit dem Läufer in der Hand längsdeck laufen, z. B. beim Hi en eines Kutters. 2. Ein Posten vor der Kajüte oder Me e, der Befehle überbringt, Botschaften a us rich tet, anmeldet etc. etc. (Treppenund Flurläufer kommen wohl auch an Bord vor, sind aber nichts be sonders Seemännisches). Doch ist in Bezug auf 1 zu bemerken, daß eigentlich das ganze Tau eines Takels mit allen seinen Parten Läufer heißt, weil es über die Scheiben der Blöcke läuft, daß aber die holende Part, weil hier das Laufen in doppeltem Sinne zum Bewußtsein kommt, auch be sonders als Läufer in den Vordergrund tritt.
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