laviren

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
heißt so viel wie kreuzen, sich aufkreuzen; doch ist man unter Umständen froh wenn man beim Laviren wenigstens nicht zurückkommt; namentlich bei schwerem Wetter und hoher See. Aber die eigentliche Meinung ist doch die, daß man dabei Luv gewinnen möchte. Man mußte also rich tiger luviren sagen, wie im Französischen auch wirklich die For men louvier und louvoier bezeugt sind, Aubin 1702; sie sind offenbar aus dem niederländischen loef richtig gebildet, (während das französische lof sich von einer falschen Au prache des Holländischen herschreiben wird). Das Wort erklärt sich aus dem Niederdeutschen, be sonders dem Niederländischen. Da heißt da elbe zuerst loeven, von loef, Windseite des Schiffes, dann mit der beliebten fremden Endung loeveren, endlich verderbt, vielleicht auch in der Erinnerung an eine uralte Form von Luv laf (Beówulf) lavéren; so hat es Kilian schon; ja bereits das Seebuch (1400) hat inlaveren; die hochdeutsche Form laviren kommt im 16. Jahrhundert vor. So fremdartig laviren au ieht, so ist es doch unser eigenster deutscher Besitz.
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