Tonnenbojer
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
der. Ein Schiff, dazu bestimmt Tonnen und Bojen auszulegen, wangerländisch tunbujer. — Als die Bremer dem Grafen Anton Günther von Oldenburg, ja dem Kaiser und Reich mit Gewalt entgegentraten um einen den Olden burg ern vom Kaiser bewilligten Weserzoll zu hindern, war das Mittel der Gewalt — ein einziger „Tonnenboyer‟. Der genügte der freien Reichsund Hansastadt Bremen, um viele Jahre lang die Absicht des Kaisers und des Grafen zu hindern. Wir haben an ein Schiff zu denken ähnlich einem Zollkreuzer, mit einigen Kanonen, für gewöhnlich friedlicher Beschäftigung obliegend, aber gelegentlich zu kriegerischen Zwecken verwendet. Übrigens hatte man früher auch gewöhnliche kleinere Handel chiffe, die Bojer hießen, aber mit dem Legen von Bojen nichts zu tun hatten, sondern nur nach dem Vorbilde der (Tonnen-)Bojer gebaut waren; kleine Fahrzeuge mit nur einem Maste, die kaum die hohe See hielten, wie aus einer alten Nachricht erhellt: „anno 1525 im pasken (Ostern) segelde Herm. Euers (Evers) mit enem bojer mit enem smaksegel in Engelant, das touoren angehört was.‟
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