Seetörn

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
der, ist eine unbestimmte Anzahl von Seetagen, d. h. solchen Tagen, die man hinter einander auf See zubringt oder zugebracht hat. Man gebraucht das Wort Törn auch sonst in der Seemann prache häufig und zwar oft gleichbedeutend mit dem neuhochdeutschen Fremdworte Tour. Wie man hochdeutsch sagt: „Das ist meine Tour,‟ anstatt „ich bin an der Reihe,‟ so sagt man seemännisch: „Das ist mein Törn,‟ Rudertörn, Wachtörn u. s. w.  —  Außerdem spricht man in der speziellen Seem anns chaft von einem Törn; wenn man ein Tau einmal um irgend einen festen Gegenstand herumgelegt hat, so hat man einen „Törn‟ genommen, wofür man auch „Schlag‟ sagen kann; ist irgendwo zufällig eine Schlinge in dem Tau ent standen, hat es eine Drehung gemacht, die es nicht machen sollte, und es ist in Folge de en eine Bucht ent standen, so ist das auch ein Törn, der aber möglichst bald wieder herausgedreht werden muß. — Was Seetörn selbst angeht, so könnte man es, wenn man das Fremdwort Tour beseitigen will, einfach mit Seereise wiedergeben, wie wir ja auch im Binnenlande anstatt Tour Reise oder Ausflug sagen. Eigentlich müßte es ja Rundreise heißen, denn es kommt von tourner, drehen; englisch turn, und letzteres hat, wie die Au prache beweist, den Vermittler gespielt.  —  Der Seemann hat auch das Zeitwort törnen für drehen und vertörnen für verdrehen. Verwandt ist turnen und das mittelhochdeutsche turnei, neuhochdeutsch Turnier.
Readham'da tam maddeyi gor →