Bug

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
der. Der vorderste, stark gebogene Teil des Schiffes; die Biegung ist das den Au chlag bei der Benennung Gebende. Das hat Weigand (I. 278) zwar geleugnet, indem er sagt, bug käme nicht von biegen wegen des uo im althochdeutschen und mittelhochdeutschen buoc; aber ohne Erfolg, denn woher soll das althochdeutsche buog, das obere Gelenk des Oberarms und des Schenkels, anders kommen als von biog an? Gothisch biugan, biegen und beugen; Sanscrit bhug, inflectum e e (gekrümmt). Es ist behauptet worden: „Die uralten Bezeichnungen von Körperteilen wie Arm, Bug, Herz, Nase, Niere etc. etc. beruhen auf dunklen Wurzeln, von denen wir nirgends mehr eine Spur finden; sie gehören eben zum allerältesten Wortbestande der in do german is chen Sprache.‟ Für Bug liegt aber die Annahme einer Wurzel die biegen bedeutet so nahe, daß man sich ihr nicht entziehen kann. Auch Bogen ist verwandt, alt deutsch bogo, boge = Halbkreis, Waffe, Sattelbogen; niederländisch boog, wozu Aubin bemerkt: „ce mot se dit de toutes les choses qui se sont en ligne cour be.‟ Bug heißt niederländisch allerdings nicht boog sondern boeg, aber Weil and sagt: „boeg van buigen, het voorste gedeelte van een schip, waar het sterk gebogen is.‟  —  Kilianus gebraucht bocht und boech als völlig gleichbedeutend.  —  Angelsächsisch bôg, englisch bough. In der Edda wird für Biegung, Krümmung, bugr gebraucht.  —  „Über den Steuerbord-, über den Back bord bug anliegen oder segeln‟ heißt: Das Schiff liegt auf der Steuerbord-, auf der Backbordseite am Winde, segelt mit der Steuerbord-, mit der Backbordseite der Segel beim Winde. Das sind zwei sehr verschiedene Fälle; will der Seemann aber sagen: „auf alle Fälle‟, so sagt er: „über jeden Bug‟, auch da wo es sich nicht um Seem anns chaft handelt; Groningen: „Hy prebjerret it op alle bugen um rik to wirden.‟
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