Eiland
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
das, im Munde des niederdeutschen Matrosen gebräuchliches Wort für Insel. Man hat es mit Einland erklären wollen, allein für sich im Meer liegendes Land, ähnlich wie Einsiedler gebildet. Bedenkt man aber, daß in der Edda ey für sich allein schon Insel bedeutet; norwegisch oy, schwedisch ö, dänisch oe, mittelhochdeutsch owe, awe, ouwe, ouge, auwe, ouw, auw, althochdeutsch awa, auwa, ouwa, owa; mittelniederländisch ooghe, oghe, aeghe, auge; friesisch oge, oog; (neuhochdeutsch Aue, grünes, was serre iches Land; daher Aurich, Owen in Württemberg, die „goldene Aue‟ und viele Zusammensetzungen mit au), und daß alle diese For men sich dem go this chen ahva = Wa er, lateinisch aqua, ungezwungen zugesellen la en, so kann kein Zweifel sein, daß Eiland nichts weiter als Was ser land, Land im Wa er bedeutet. Die Wurzel ist ak, sich bewegen, eilen, rennen (daher auch equus, das Pferd) rinnen ; erhalten in vielen deutschen Ortsnamen, die am Wa er liegen: Kreuznach, Teinach, Neck ars tein ach, (dann in vielen Flußnamen in denen das k zu einem h verflüchtig und dieses demnächst ganz ausgefallen ist: Ahe und A, auch Ehe, wohern Emden = Ehemünden). Bei der Neigung, aus a ein o zu machen (Wald, wold, Karl, Korl) mußte ach im Niederdeutschen, be sonders im Fries is chen zu og, oog, ooge werden; Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Schirmonnikoog, Middoge, Nordernye(oog); (die Erklärung: Auge ist schön gedacht aber nicht sprachlich begründet). Wir haben in dem ei von Eiland eine der zahllosen For men zu sehen, die a = Wa er im Niederdeutschen an genom men hat; wangerländisch öeland, mittelostfriesisch oyelauhn, mit tel nie der deutsch eyland, eland, oland; altfriesisch alond; schwedisch öland (die Insel Oeland, vergl. Far oer, Far-Inseln). — Im Jahre 1286 hieß der Name der Insel Neuwerk am Ausfluß der Ebbe: O; 1299 und 1300 kommt dann die Bezeichnung nova O vor; vergl. Greifswalder Oie.
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