Watt
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
das, ist ein seichtes, bei Flut überschwemmtes, bei Ebbe trocken fallen des Gebiet an der Meeresküste, zwischen Inseln, vor Flußmündungen, in Buchten und Busen. Es bedeutet eine Stelle wo man (zu Zeiten, wenn auch mit Anstrengung) gehen kann, oder vielmehr waten . Im Got is chen hieß vato, Mehrzahl vatna, Wa er; davon das althochdeutsche wat an im Wa er vorwärts dringen, gehen, schreiten; altsächsisch vadan, altnordisch vadha, durchs Wa er schreiten, also unser neuhochdeutsches waten. Die german is che Wurzel wad „im Wa er schreiten‟ deckt sich mit dem urverwandten late in is chen vadere, wozu vadum, die Furt, italienisch guado und vado, spanisch vado = seichte Stelle im Wa er. Die Bedeutung „Furt‟ trifft auch heute noch zu und ist für Watt be sonders bezeichnend, da solch ein Watt zur Zeit der Ebbe mit Wagen befahren werden kann. Auf diese Weise verkehren die ostfriesischen Inseln auch ohne Schiffe mit dem Festlande.
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