Maat
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 6
der. Bei der Kaiser lichen Marine heißen die Männer, die man bei der Armee Unteroffiziere nennt Maate, die Serge an ten Obermaate, und werden je nach ihrem Dienstzweig noch näher bestimmt als Bootsmannsmaat, Feuerwerksmaat, Steuermannsmaat, Wachtmeistersmaat, Maschinistenmaat, Feuermeistersmaat, Meister sma at, Mater i alien ver walter sma at, Artilleristenmaat u. s. w., das sind dienstliche Titel. Eine vorübergehende Beschäftigung hat der Steward sma at, ein Matrose, der zur Unterstützung des Stewards befohlen ist. Dieser letztere Maat ist aber der eigentlichen allgemeinen Bedeutung des Wortes nach der richtige Maat, denn das Wort bedeutet einen Gehilfen, Gesellen, Geno en, „A is ten ten‟. Kilian übersetzt maet mit socius, collega, hat auch die überflü igerweise erweiterte Form med-maet, wie man im Mittelniederdeutschen die pleonast is che Form mategeselle hatte. Niederländisch maat, maatschappy, Gesellschaft. Englisch mate, Geno e, Gefährte in so allgemeinem Sinne, daß es sogar husband oder wife bezeichnen kann; auf Handel chiffen der Steuermann, auf Krieg chiffen wie bei uns. Nach dem Bremer Wörterbuch heißt dorten ein Kamerad maat; es nennt auch ein Mädchen das andere das neben ihm in einem Hause dient maatske. Maat ist Verkürzung des althochdeutschen gimazo, das ist einer, der mit einem anderen zusammen die Speise, maz, verzehrt, ein Mitspeisender, Mite er, Tischgeno e, und zwar Geno e in seiner ursprünglichen Bedeutung von „zusammen etwas genießen‟, d. h. e en. Das altund mittelhochdeutsche maz, gothisch maths, altnordisch matr, englisch meat heißt Speise, Nahrung, E en, be sonders zum E en bestimmtes, zartes, schieres, weiches, gehacktes Schweinefleisch; nie der deutsch met, so daß also Maat und Mettwurst zusammengehören. — Alle in Nowgorod sich aufhaltenden fremden Kaufleute waren in Hausund Tischgeno enschaften abgeteilt; eine solche wird in einer Hansa-Urkunde des 14. Jahrhunderts mascop genannt; sonst heißt aber dieses Wort in jener Zeit matscop und matschop, also ähnlich dem angeführten maatschappy. In einer Lübecker Urkunde von 1347 heißt es: „Laten jo sere dancken, dat gy osen vrent onde osen math, heren W. hebbet vrentliken wedder dan sinen schaden.‟ In der Lübecker Chronik lesen wir: „Biscop Engelbert van Colne wart dot gheslaghen van greven Vrederike van Altena, de syn man was unde sin maath.‟ Doch war schon immer, so lange wir schriftliche Aufzeichnungen niederdeutscher Seemann prache besitzen, das Wort maat in be sonde rem seemännischen Gebrauch. 1379: „Jtem dat B. syn knape sluch to der Sluus opt dat lant enen maten schipmann vor de noeze, dat he bloede.‟ 1564: „Darna Jacob geropen: mat he, wor syn ghy? helpet uns pumpen.‟ 1580: „Gerth sy houetbo mann unde Erasmus houetbo manns mate gewesen.‟ 1580 also begegnet uns zum ersten Male der Bootsmannsmaat.
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