Toppnant

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
weiblich. Toppnanten sind „Taue, die an beiden Nocken der Rahen und am Top des Mastes oder auch unter dem Eselshaupt durch einen Block aufs Deck hinunter fahren, diese Taue dienen die Rahen horizontal zu erhalten oder sie auch nach Umständen gegen den Horizont zu neigen‟, vergl. Kajen. Treffend heißen die Toppnanten französisch bal an cines. „On s'en sert pour tenir la vergue en balance, lors qu'elle est dans la situation naturelle, ou pour la tenir haute et ba e, sel on qu'il est à propos‟ (Aubin). Was das Wort selbst betrifft, so vermute ich, daß Toppnant nichts weiter ist als eine Verkürzung von Toppenende, das zuerst Toppnend geheißen haben mag und dann ohne Rücksicht auf die Herkunft, vielleicht bei Aufnahme in die neuhochdeutsche Seemann prache, bei welcher Gelegenheit an gar manchem Orte gesündigt wurde, die gegenwärtige Gestalt erhielt. Daß „Ende‟, das Ende eines Taues, für das Tau selbst gebraucht wird, sie he unter Ende.  —  Die Rahe mittelst der Toppnant auf und nieder bewegen heißt sie toppen.
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