Hafen
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
der, kommt von haben = halten, ist also ein Ort wo das Schiff gehalten wird, ein (sicherer, bequemer) Halteort. Zu ver glei chen ist das althochdeutsche hafjan, heffjan = heben, aufheben, Grundbedeutung: fa en, greifen, halten, behalten, lateinisch capere. So ist also Hafen = Topf da elbe Wort, ein Gefäß, das etwas enthält. Auch Hof ist nahe verwandt, und ists also im Grunde ein Streit um des Kaisers Bart wenn darüber gestritten wird, ob ein Wort wie Marienhafe eigentlich Marienhof oder Marienhafen zu deuten sei. Die nie der deutsche Schreibweise ist Haven. Es war also eine Anerkennung des niederdeutschen Wesens der Seemann prache als König Wilhelm I. befahl, den am 17. Juni 1869 nach ihm getauften neuen Kriegshafen Wilhelmshaven mit einem v zu schreiben. (Otfried, ein Mann aus Franken, in Weißenburg 868 seinen „Krist‟ schreibend, hat zuerst, und zwar nur im Inlaute, das v angewandt anstatt f). — Das englische harbour hat mit unserem Hafen nichts zu tun, ist vielmehr da elbe wie das deutsche „Herberge‟, ein Platz, wo ein Heer sein Nachtlager aufschlug. Dagegen ist Kabel mit unserm Worte einer Abstammung. In der Edda hat das Wort hafn noch so sehr den Begriff haben und halten, daß es nicht nur Besitz („Habe‟) und Hafen, sondern auch die Schiffsmannschaft bedeutet, die Mannschaft die das Schiff enthält, skipshofn. — Das französische havre ist noch umstritten; die Aspiration deutet auf deutschen Ursprung. Da aber ein spanisches und portugiesisches abra = Hafen vorhanden ist, so ist man hierfür auf das keltische aber in Ortsnamen zurückgegangen, welches Flußmündung, auch das Zus am men tref fen einer solchen mit einem Hafen bedeutet. Es wäre aber noch eher denkbar, daß die Spanier das ihnen ohnehin ungelegene h einfach fallen ließen.
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