Bodmerei

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
die, ein Darlehensgeschäft, Vorschuß auf die, auf dem Boden (früher Bodem) des Schiffes, d. h. im Schiffe liegenden, zur Ausfahrt geladenen Waren. Französisch la bomerie; Aubin: „Comme l'argent que l'on préte, et qui raporte quinze, vingt et jusques à trente pour cent, sel on les risques, n'est prêté, pour l'ordinaire, que sur la quille du vai eau, qui chez les Holland a is s'apelle Bodem, d'où ils on fait Bodmerye, on a au i apellé ce prêt, Bomerie.‟  —  Kilianus Duffel.: boomer ye recti us bodemrye, tax: bodmerye a bodem i. carina nav is, foen us nauticum, usura maritima.  —  In Holland heißt verbodemt hout hout dat komt per bodem, d. h. an Bord eines Schiffes und mit einem Floß.  —  Die über das Geldgeschäft auf genom mene Urkunde heißt Bodmerei-Brief, unterschieden von Beilbrief (s. d.), weshalb die Erklärung „Vorschuß auf den Kiel eines Schiffes‟ ungenau ist, weil man dabei an den Bau eines Schiffes denken könnte, während doch die Ladung des Schiffes gemeint ist.
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