Fingerlinge

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
die, nennt man starke eiserne Hänge am Achtersteven, in welche das Ruder mit den Haken eingehängt wird; es kann inde en auch umgekehrt gemacht werden, daß das Ruder die Fingerlinge hat und der Steven die Haken. Man stelle sich eine in ihren Angeln sich drehende Tür vor. Zu Fingerling ist Däumling zu ver glei chen. Es bedeutet eine Hülle, in die ein Finger paßt, wie der Däumling eine Umhüllung in die der Daumen grade hineingeht; wer sich am Finger verletzt hat und keinen dicken Verb and haben will, der zieht den abgeschnittenen Finger eines ledernen Handschuhs, einen Fingerling, über, an de em hinteren Ende ein Band befestigt ist, das ums Handgelenk gebunden wird. Ehrentraut (Friesisches Archiv, II. 65) schreibt: „Das Steuerruder: dat rôr am Hinter teil hängt in vier eisernen Haken, welche in Büchsen sitzen. Diese Büchsen heißen da fingelin (Sing.: dju fingelin);‟ und zwar bezieht sich das auf die Sprache der Wangerooger Seeleute.
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