Wall
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
der, bedeutet in der Seemann prache nicht sowohl das was man etwa einen Fes tungs wall nennt, der Begriff ist bedeutend erweitert, so daß Wall überhaupt für Küste oder Land gebraucht wird. Niederländische und auch ostfriesische Matrosen sagen: „Aan den wall gaan‟ für „an Land, auf Urlaub gehen.‟ Im Angelsächsischen heißt sae-veall auch weiter nichts als Küste. Und doch muß das Wort ursprünglich eine irgendwie von Menschen hand zum Gebrauch des Seemanns geeignet gemachte Küste bedeutet haben. Auch wenn es vom late in is chen vallum durch sehr frühzeitige Entlehnung kommen sollte, so ist doch Menschen hand mit im Spiele. Und zwar — vergl. Kaje — bediente sie sich dabei des Holzes zur Hers tel lung einer — natürlich noch sehr ursprünglichen und einfachen — Art von Bollwerk. Nun fehlt zwar im Althochdeutschen das Wort wal, wie Kluge sagt, zufällig, aber wir haben doch glücklicherweise im Got is chen ein Wort das uns zu Hilfe kommt: val us, das zwar nur Stock, Rute bedeutet, aber uns grade deswegen darauf hinweist, daß Wall ebenso wie Kaje erst eine Art Zaun aus Stöcken oder Pfählen gewesen ist und sich dann im Laufe der Zeiten zu Weiterem ausgewachsen hat. Um dieses got is chen val us willen möchte ich die von Kluge für sehr unwahrscheinlich gehaltene Urverwandtschaft mit dem late in is chen vallum doch nicht so we it wegwerfen, also Wall nicht für ein lateinisches Lehnwort halten. — Nie der deutsch auch Wal, „Beschriving van der Kunst der Seefahrt‟ 1673: „Ok kan men de Compas sen proberen, wen men erst uth ein Gat, offt langest de Wal, edder sünst vom ein Land na dat ander segelt, vornehmlick dar weinig Strom gaet. Wen men den na dat Compaß, und nicht na dat Oge offt Land so hen stüret, und men den wol achting up sinn Korß gifft, wor men mit solken Korß vor falt, so kan men sik den des to beter darn a richten, offt de Compas sen Ostlick offt Westlick vant Norden wiken.‟
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