Kaien

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
Die Rahen nach der Länge des Schiffes, also parallel mit dem Kiel bra en und zugleich auftoppen; ein Manöver das auf Krieg chiffen hauptsächlich beim Andecknehmen der Rahen ausgeführt wird, bei Handel chiffen aber, die oft eng zusammen in einem Hafen liegen, vor genom men wird, dam it die Rahen andern Schiffen nicht im Wege sind. Weil and: „Kaaijen een seewoord, ook toppen genannt‟ geschieht „waneer het schip te veel slingert, of door eene engte moet.‟ Die nächste Bedeutung ist also die: Ein Schiff in Bezug auf seine Rahen in den Stand bringen in dem es für sich und andere am bequemsten an der Kaje liegen kann. Von dieser ersten Bedeutung (nicht nach der Zeit, sondern nach der seemännischen Schätzung ersten) kommt dann der Begriff: eine Rahe aus einer Lage in die andere bringen, auch wenn das Schiff nicht an der Kaje liegt oder durch eine Enge hindurch will, also bei dem vorher erwähnten Manöver, oder in dem Sinne wie 1699 das holländische Kaayen mit changer l'artimon übersetzt und mit „de besaan doorkaijen, of van d'eene sy tot d'andere brengen.‟  —  Die weitere Bedeutung von Kajen ist aber  —  und hierbei kommt der eigentliche Sinn von Kaje als Schutzding zur Geltung  —  schließen, dämmen, einschließen, eindämmen, mit einem Damm umgeben, abschließen, ostfriesisch inkajen, bekajen, ofkajen, umkajen.  —  Mittelniederländisch kaeijen, appelere, intrare portum (also erste Bedeutung) altfriesisch aber kay a, schließen (zweite Bedeutung), wovon kay, Schlü el („mith fif keien te undslutane‟); englisch key.
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