Helm

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
der. 1. Als Kopfbedeckung mit Hülle und Hellegat verwandt, als Schutz, Verbergung des Hauptes. 2. Für Ruder gebraucht und in diesem Sinne gewöhnlich für ein englisches Wort gehalten. Es ist aber von jeher in Deutschland im Gebrauch gewesen und wird noch gebraucht. Die eigentliche Bedeutung ist Ruderpinne. Ostfriesisch helm, Ruder, Steuerruder, Steuer, Ruder pinne . Wangerländisch hellem-holt Ruderholz, Ruderstange, Holz oder Stange zum Steuern. Althochdeutsch halm, heim, manubrium, in jochhalm, mittelhochdeutsch giechholme, Riemen oder Seil am Joch zum Leiten, Lenken, Steuern der Rinder. Im Mittelniederdeutschen heißt helm Hand griff; daher ist Hellebarde gekommen, eigentlich helm-barde = heftesachs, Schwert mit langem Hand griff, und helm-exe. Zu beach ten ist, daß auch im Englischen helm zunächst nur die Bedeutung Griff hat, handle, und daß man bei der Erklärung des Wortes von einem Rade, das an Stelle des Hand griffes, der Pinne, getreten ist, völlig absehen muß.  — Die Ver wan dts chaft des gleichlautenden englischen und mittelniederdeutschen helve muß hier dahingestellt bleiben; möglich wäre es schon daß beiden diesel be Wurzel zu Grunde läge mit der Bedeutung fa en, halten.
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