krimpen

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
heißt das Sichdrehen des Windes oder, wie der Seemann sagt, das Herumgehen des Windes, be sonders in unwillkommener Richtung und außerdem manchmal mit der Nebenbedeutung des Sichdrehens gegen die Sonne, was alte Seeleute als ein Zeichen kommenden Sturmes ansehen. Krumpen ist das nie der deutsche Zeitwort für das hochdeutsche krümmen, winden, einziehen, zusammenziehen, althochdeutsch krimpfen, mittelhochdeutsch krimpfen; davon das in Ostfriesland gebräuchliche krimper = Geburtswehe. —  Die Angabe Hildebrands in Grimms Wörterbuch V 2312 „der Wind krimpt (ein), wird schwächer, schrumpft ein gleichsam‟, muß auf einem Mißverständnis beruhen, da beim Krimpen der Wind nicht schwächer sondern nur schraler wird, ja er wird dabei eher stärker. An sich heißt also jede Wind rich tungsänderung krimpen, be sonders aber diejenige, bei der man den gewünschten Kurs nicht mehr steuern kann und die schlechtes Wetter erwarten läßt; eine Änderung auf die der be sonders achten muß, dem sie be sonders bedeutsam und wichtig sein muß wegen der zu treffenden Vorsichtsmaßregeln. Ehrentraut, Fries. Archiv II. 72: „Wenn der Wind nördlich ist und dann westlich wird und dann wieder nördlich, dann sagt der Schiffer: „de win krimpet oder es krumpen. Darauf folgt leicht ein Sturm.‟ Und Röding bemerkt zu krimpen: „der Wind läuft gegen die Sonne rund, welches gewöhnlich schlechtes Wetter mit sich bringt.‟ Französisch: „se ranger contre le soleil.‟  —  Man weiß, was man von der glei chen Meteorologie zu halten hat.
Readham'da tam maddeyi gor →