Kolk

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
der. Grimm, V. 1613. hat viererlei Bedeutung für Kolk: 1. Erdloch, das von Wa er ausgespült oder a us ger is sen worden ist. 2. Als Cisterne, Grube mit Wa er, braucht es selbst Luther einmal in der Bibel III. Mose XI. 36. 3. Strudel im fließenden Wa er. 4. Doch die ursprüngliche Bedeutung scheint einfach Erdgrube, Grube überhaupt.  —  Darnach wäre das Wort eine Weiterbildung des Stammes kul in Kuhle = Loch. Hildebrand weist aber für die unter 1. angegebene Bedeutung selbst auf kolken hin, gleich klucken, kluckern, klang mal end und „strudeln, gurgeln‟ bedeutend, ein dumpfes rollendes Geräusch machen, wie wenn Wa er sich mit Gewalt durch eine enge Bahn bricht. Kolk in der ersten Bedeutung, und nur mit dieser haben es Seeleute zu tun, ist aber, nach Dornkaat, „ein Loch oder eine Vertiefung in der Erde, welches beim Durchbruch oder Riß eines Deiches durch das mit Gewalt einströmende und die Erde herauswühlende See was ser entsteht (wie z. B. 1825 bei der großen Sturmflut der über hundert Fuß tiefe Kolk bei dem Dorfe Larrelt, oder der Larrelter Kolk)‟. Allerdings ist auch an der Was serk ante Kolk ebenfalls ein mit dem Spaten ausgegrabenes Loch, aber es ist doch anzunehmen, daß die durch kolkendes Wa er entstandenen Kolke eher waren als die von Menschen hand. Denken wir daran, daß der Kolkrabe seinen Namen jedenfalls vom Ton hat, den er von sich gibt, und daß im übertragenen Sinne „kolken‟, „dazwischen kolken‟ doch auch nur „krächzen wie ein Kolkrabe‟ bedeutet, so gewinnt für Kolk unter 1, die Lautmalerei sehr an Wahrscheinlichkeit, und es mögen 2, 3 und 4 Bedeutungserweiterungen bezw.  —  Verschiebungen sein, vielleicht vom Gedanken an Kuhle beeinflußt. Für die Able i tung von kolken = gurgeln spricht in Sonder he it die Bedeutung unter 3., Strudel, de en Geräusch gurgelnd ist.
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