Kimm
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
die, auch Kimmung, die. 1. Der Horizont, der äußerste Gesichtskreis auf freiem Felde, be sonders auf See; der äußerste Rand, da wo Erde und Himmel, be sonders wo Meer und Himmel sich zu berühren scheinen, sich scheinbar mit einander verbinden. Mit tel nie der deutsch kim me, niederländisch kim, englisch chimb, chime = Zarge, Rand einer Türe oder eines Tisches. Es liegt ein Thema zu Grunde mit der Bedeutung Zusammenfügung, Verb in dung, Fuge, Verbindung telle. Im Angelsächsischen heißt cimbing commis sur a, Naht, wo zwei Dinge zus am men tref fen. Nie der deutsch der äußerste Rand eines Dinges, nach dem Bremer Wörterbuch die über den Boden hinau pringenden Enden der Faßdauben. — Da die Stelle, wo Himmel und Erde sich verbinden, das äußerste Ende der Erde darstellt, so konnte sich, wie Doornkaat bemerkt, von selbst die Bedeutung des Äußersten oder Entferntesten in Bezug auf ein Land und seine Bewohner entwickeln, und demgemäß der Volks name der Kimbern und der Lands name Kimmerien oder Kimbrien. — 2. Im Schiffbau derjenige Teil der Außenbordwand wo die größte Krümmung ist, wo der Boden in die Seite übergeht, wo also eine Verb in dung des Bodens mit der Seite stattfindet, wie die Erde sich mit dem Himmel verbindet. — Wenn ein Schiff bei einer Strandung auf die Seite fällt, so kommt es nach dem Gesetz der Schwere auf diese Kimmung zu liegen; etliche Planken oberund unterhalb dieserStelle heißen Kimmplanken, und die Weger oder Wäger (s. Wägerung) heißen Kimmwäger.
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