Teer
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
der, ein aus Fichten, Kiefern etc. etc. durch Brennen gewonnenes, mit harzigen Teilen vermischtes dickflü iges Öl, das Tauwerk, Holz, Segeltuch u. dergl. gegen die Einwirkungen des Wetters, be sonders der Feuchtigkeit schützt. Matrosen, die grade mit Teer umgehen, sehen nicht be sonders reinlich aus. Sie tragen dann besondere Anzüge, Jacken, denen kein Teer mehr etwas schaden kann. Daher sie nicht bloß Blaujacken, sondern auch Teerjacken genannt werden. Viele Leute lieben den Teergeruch. — Als etwas das vom Baume kommt hat Teer den Namen empfangen. Gotisch triu = Baum, Holz; englisch tree; vergl. -der in Wachholder, Maßholder, Holunder; die in do german is che Grundlage ist derw — , griechisch drüs, Eiche; Sanscrit daru = Baum. Littauisch derwa, finnisch derwas, lappisch tarwas, Kien = Harz = Teerholz; esthnisch terw, finnisch terwa, gädhelisch tearr, kymrisch tar, bretonisch ter = pix. „Die Ent wick lung der For men deutet auf Osteuropa als Heimat des Wortes, die kelt is chen Wörter sind dann aus dem Deutschen entlehnt.‟ — Das Wort kommt Hochdeutsch erst 1556 vor, war aber im ganzen niederdeutschen Sprachgebiet früh verbreitet. Im Beòwulf heißt niw-tyrwed neugeteert, niw-tyrwedne naca, ein neugeteertes Schiff.
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