Koje

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
die. Im Sprachgebrauch der Kriegsmarine nur Bett, niemals Kammer, wiewohl es mit Kabine, Kambüse und Kajüte verwandt ist. Die bei Erklärung dieser Worte angeführte Stammsilbe kab heißt nie der deutsch nicht nur kave, sondern auch kove und kowe. Da dam it immer nur ein sehr bescheidener Raum bezeichnet wurde so lag es nahe, dem kowe die Diminutivendung je anzuhängen; bei der Au prache fiel dann das w von selbst aus und Koje war gebildet. Derselbe Vorgang wäre anzunehmen, wenn man etwa das Wort vom late in is chen cuba, Schlafgemach, ableiten wollte. Das wäre nur noch etwas umständlicher und weitläufiger; und warum in die Ferne schweifen? Beach tens wert ist, daß schon zu Kilians Zeiten Koje nicht Kammer sondern Bett hieß. „Koye int schip: cubile nauticum, lectulus nautae.‟  — Eine einfache hölzerne Bettstelle, wie sie an Bord gebraucht wird, führte früher den Namen Setkoje, Setzkoje, weil sie  — im Gegensatz zu fest eingebauten Kojen  —  beweglich ist und von einem Ort an den anderen gesetzt werden kann. Zwei von dieser Art haben dem Verfa er der „Beschriving van der Kunst der Seefahrt‟ im J. 1647 das Leben gerettet (s. Schönfahrsegel und Luv am Ende): „Mir war auch unter dem Wa er nicht allzuwol zu mut he, so, daß ich bald wieder oben kann, fühlete auch indem neue Krafft, und kam eine See die hub mich auff, so, daß ich biß unter die Arme aus dem Wa er kam, mir lieff auch kein Wa er über das Haupt wie zuvor geschehen, so, daß ich etwas von mir sehen konte, ward auch indem zwo Setkoyen oder kleine Betsteten, so man auff Schiffen gebrauchet gewahr, die von der See also bald zu mir geworfen worden, also legte ich auff jeder Koje einen Arm und hing so in der Mitte, biß die Türken kamen und holten mich aus dem Wa er.‟
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