Segel kanten
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
Kanten heißt eigentlich machen, daß etwas vierkant ist, etwas in den rechten Winkel bringen, ihm zur rechten Richtung verhelfen, machen daß es sich „kant‟ ausnehme. Im Niederländischen und Ostfriesischen heißt kant glatt, schier, zierlich, hübsch, fertig, gerade, schön. Segel kanten heißt also, sie so in Ordnung bringen daß sie so stehen wie sie stehen sollen: nach jeder Richtung hin tadellos. Dick u. Kretschmer II. 322: „Dieses Manöver wird hauptsächlich nothwendig nach jedem allgemeinen Segelexercitium sowie auf der Morgenwache nach Tagesanbruch. Während nämlich bei Manövern mit alle Mann auf das Vorholen und Ste if set zen der einzelnen Enden im Intere e der Schnelligkeit nicht allzu viel Gewicht gelegt werden kann, ist die tadellose Ausführung von Segelmanövern bei Nacht infolge der herrschenden Dunkelheit in der Regel unmöglich.‟ — Segel kanten ist also auf See ungefähr das, was man im Hafen mit „bra en und toppen‟ vor der Morgenmusterung bezeichnet.
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