Leuwagen

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
der, ist ein Stock mit einer Bürste daran zum Waschen des Schiffes, ein Schrubber. In diesem Worte ist nicht wie bei Leiwagen ein t ausgefallen, denn hier wird keine Bewegung geleitet. Allerdings deutet das -wagen auch eine Bewegung an, aber man wird annehmen dürfen, daß das Geschäft des Schiffbezw. Deckwaschens als ein wenig angenehmes nicht gerade mit be sonders fleißigen Be we gun gen geschah und geschieht. Leu heißt aber im Niederdeutschen faul, träge, unlustig zur Arbeit, in sonder he it wird es auch von einem Menschen gebraucht, der faul in seinen Be we gun gen ist; also auch einen, der sich nicht gern bückt. Ein solcher mag den Stiel an der Bürste erfunden haben, die ursprünglich sicher ohne ein solchen gebraucht wurde, also beschwerliches Bücken erforderte. Ganz peinliche und reinliche Hausfrauen halten heute noch darauf, daß ihre Dienstmädchen die Arbeit der Stubenreinigung nicht im Stehen abmachen. Ihnen mag die An brin gung eines Stabes an den Scheuerbürsten als eine „faule‟ Sache erschienen sein, so daß sie das Arbeiten mit dem ihnen unlieben Instrument als eine „leue Bewegung‟ zu brand mar ken versuchen. Es hat sich aber doch Bahn gebrochen.
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