Beidrehen
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 2
heißt an den Wind gehen (s. „am Winde‟) oder auch das segelnde Schiff sonst auf irgend eine Weise zum Still stand bringen, hauptsächlich durch Back bras sen der in Betracht kommenden Segel. Vor allen Dingen ist aber wichtig das seemännische Manöver des Beidrehens, des an den Wind Gehens, im Sturm. Wenn das Schiff eine Weile „gelenzt‟ hat, d. h. vor dem Sturm gelaufen ist, und der Kapitän kann wegen zu hohen Seeganges oder will, weil ihm die Richtung nicht paßt, das Lenzen nicht fort set zen, so dreht er bei. Das muß mit Geschick und Umsicht gemacht werden, dam it Sturzseeen dem Schiff nicht gefährlich werden. Die Folge des Beidrehens ist das Beiliegen . Das Schiff „liegt bei‟ (dem Winde) bis be er Wetter eintritt, und es handelt sich hauptsächlich darum, daß es mit dem Kopfe auf der See liegt, nicht abfällt (s. d.), weil es dann die See be er hält, weniger Sturzseeen übernimmt.
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