Want

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
das, auch Wand, ist die Stütze des Mastes oder der Stänge nach der Seite zu, bewirkt durch starke Taue, Wantoder Hofdtaue (Haupttaue), die um den Kopf des Mastes oder der Stänge gelegt und an der Seite des Schiffes, der Rüst, oder an der Seite des Marses befestigt sind; sie mü en eisern stehen und gehören daher zum stehenden Gut.  —  Ein Blick auf ein Segelschiff zeigt uns, daß die Wanten zu beiden Seiten des Untermastes nichts weiter sind als stützende Seitenwände, und es gehörte auch kein allzu kühner Ged an ken sprung dazu, den Namen der Stütze eines Hauses auch hier anzuwenden, zumal wenn man sich die Entstehung der ersten Wände aus Holz und Holzgeflecht (Staken) vergegenwärtigt. Dagegen muß man allerdings die im Binnenlande so we it verbreitete Meinung bei Seite la en als habe das Want den Zweck einer Strickleiter. Das ist etwas ganz Nebensächliches. Nebensächlich ist auch, daß die Hofdtaue der Wanten unter einander mit Weveleine verbünden, „ausgewebt‟ sind (wodurch die Spro en der Strickleiter entstehen). Man kann daher auch nicht, wie es Breusing wollte, Müllenhoff aber schon für unmöglich erklärte, wegen dieses „Webens‟ Want mit Want = Tuch, Lei new and gleich setzen. Die Sache ist vielmehr ganz einfach: Wie die Wand das Haus stützt, so stützt das Want den Mast. Der Wechsel des Geschlechtes kann im Niederdeutschen nicht befremden, zumal es noch ein Neutrum want gibt, das Fisc here i gerätschaft heißt und von Einfluß gewesen sein kann.  — Doch sind Breusing und Müllenhoff mit ihren scheinbar so we it a use in an der gehenden Erklärungen in Wirklichkeit einander ziemlich nahe, denn Wand = Hauswand und Want = Lei new and und viele andere deutsche Wörter kommen zuletzt doch auf eine und diesel be Grundbedeutung und auch auf diesel be Wurzel hinaus mit der Bedeutung wenden , winden . Die Sippe ist so groß, daß sie hier nicht weiter in den Bereich der Betrachtung gezogen werden kann.
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