Bugsieren

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
ein Schiff durch ein and eres schlep pen, in dem der schleppende Dampfer die schleppende Troß, die an seinem Heck belegt ist, am Bug des zu schlep pen den Schiffes festmacht. Wenn das s nicht wäre, so könnte man annehmen, das ieren sei einfache Endung, so aber muß an eine Zusammensetzung gedacht werden. Diese ergibt sich aus dem Holländischen und Ostfriesischen, wo sjoren, festmachen, sjuren, ziehen, schlep pen bedeutet. Man hat also die Wahl, anzunehmen daß bugsieren vom holländischen sjoren kommt und von Bug, so daß also das Wort hieße: „ein Tau am Bug festmachen,‟ oder vom ostfriesischen sjuren und Bug, so daß es hieße: „ein Schiff an seinem Bug ziehen, schlep pen‟; vielleicht haben auch beide Bedeutungen in einander gespielt.  —  Eine eigenartige Form hat der Übersetzer der „Durchlauchtigsten Seehelden,‟ Sulzbach 1681, dem Worte gegeben. Er beschreibt die Seeschlacht bei Lepanto und gibt an, daß die Nachhut der Christen unter dem Marquis de Santa Cruz Alvaro Bacciano hauptsächlich aus Galeazzen be standen habe, „von denen jedwede sechs und fünfftzig gro e Stück-Geschütz, zwölffe in den Vordertheil, zwölffe in den Hindertheil, und sechzehn an jedweder Seite, und sechs hundert Fuß-Knechte auf hatten,... und weil sie so schwer waren, hat man, dam it sie nicht dahinten bleiben sollten, sie nahe an den Feind büchsiren oder fortziehen la en, daher sie auch die ersten waren, welche auf den Feind ohne Verhinderung der andern Galeyen zu schießen begunten.‟
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