scheitern
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
= Schiffbruch erleiden, bekanntlich auch im übertragenen Sinne von Nicht see leu ten oft gebraucht: gescheiterte Hoffnung, gescheiterte Existenz u. s. w. Das Zeitwort ist von Scheit gebildet. Der Gedanke liegt zu Grunde, daß bei einem wirklichen Schiffbruch das Schiff zu lauter Holzscheiten zerschlagen wird. Wie man auch seemännisch zu sagen pflegt: „es gibt klein Holz‟, wenn etwas entzwei geht. Die Grundbedeutung von Scheit liegt in der in do german is chen Wurzel skhait, und kommt auf „scheiden‟, spalten, hinaus. — Das Wort ist kaum seemännisch zu nennen, da unsere nie der deutsche Seeleute sich ziemlich ablehnend dagegen verhalten. Der Grund ist klar: es müßte eigentlich in ihrem Mund schitern heißen und das käme doch allzu nah an schiten, das ja auch mit scheitern gleicher Abstammung ist. Weil aber im Hochdeutschen das t in dem Zeitwort für stercorisare sich zu s verschoben hat konnte man da ungehindert schiten für spalten sagen und schit für ein abgespaltenes Stück Holz; und man sagte im Mittelhochdeutschen auch so. Im Neuhochdeutschen diphthongierte sich das i zu ei, aber trotzdem hat sich der Seemann das Wort kaum angeeignet.
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