Hellegat

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
das, ein dunkler Raum ganz unten im Schiff in dem allerlei Material und Inventar aufbewahrt wird. Bootsmannshellegat, Zimmermannshellegat, Feuerwerkshellegat u. s. w. sind die Hellegats, wie die Mehrzahl des Wortes lautet, die unter der Verwaltung des be tref fen den Deck of fiz i ers stehen.  —  Gat heißt Loch in allen hochdeutschen Bedeutungen, also auch, wie hier, im Sinne von: dunkler, kleiner Ort. Helle bedeutet etwas Ähnliches, nämlich einen (dunklen) Ort in dem man etwas ver bergen, bergen, aufbewahren kann. Der richtige Sinn steckt in dem verwandten neuhochdeutschen hehlen . Dieser findet sich zwar auch in „Hölle‟, aber ohne daß man sagen dürfte, daß Hölle auf die Bedeutung und Benennung unseres Helle eingewirkt hätte, die beiden stehen vielmehr selbständig neben einander, denn hel oder helle bedeutet im Niederdeutschen und be sonders im Ostfriesischen sowohl Hölle, (altnordisch hel, die Todesgöttin, Totenreich, Reich der Hel, Unterwelt) als Ort wo man etwas birgt, als auch 1. Loch, Höhlung, Vertiefung, Spalt, Graben, Was ser lei tung, 2. den unteren, in der Regel fensterlosen und dunklen Raum in der Mühle, der als Bergeraum für die Geräte dient, 3. den dunklen Raum unter dem Werktische der Schneider, worin die beim Zuschneiden abfallenden Tuchreste geworfen werden, 4. das As chen loch unter dem Herde zum Bergen der Asche, 5. unser Hellegat. Das —  gat könnte also als tautologisch ganz wegfallen und der Sinn des Wortes bliebe derselbe.  — Englisch hall; also ist Halle, was man kaum denken sollte, mit Hellegat nahe verwandt: Bergungsort.
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