Deck
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
Mehrzahl: die Decks, seemännisch niemals Verdeck, ist, wie Decke, Dach, decken verwandt mit dem late in is chen tegere, bedecken, tectum, Dach; griechisch tegos, Dach. — Die Schiffe der Hand els marine werden nach den Bauvorschriften des German is chen Lloyds gemäß der Anordnung ihrer Decks benannt. Es gibt: 1. Volldeckschiffe mit drei oder vier Decks, 2. Spardeckschiffe, von etwas leichterer Bauart, 3. Hurrikan (Orkan-) Deckschiffe, 4. Sturmdeckschiffe, 5. Schiffe mit teilweisem Sturmdeck, 6. Schutzdeckschiffe, 7. Schiffe mit Schattendeck oder Schirmdeck (wie auf vielen Flußdampfern), 8. Glattdeckschiffe (ohne Aufbauten), 9. Brunnendeckschiffe (haben vorne und hinten je einen Aufbau, die Vertiefung dazwischen heißt der Brunnen), 10. Walrückendeckschiffe, bei denen die Seiten des Schiffes bogenförmig in das Hauptdeck übergehen, 11. Turm deck und Kofferdeckschiffe, bei denen der Laderaum gleichsam einen großen Koffer bildet, zum Selbsttrimmen der Ladung eingerichtet; darauf dann ein kleines Deck, das Turmdeck heißt, 12. Tankschiffe, (s. Tank). Bei einem der neuen großen Pas sagier damp fer unterscheidet man von oben nach unten gerechnet: 1. Boots deck, 2. oberes Pro men a den deck, 3. Pro men a den deck, 4. Brückendeck, 5. Hauptdeck, 6. Zwischendeck, 7. Unterdeck, 8. Orlop deck. Dieses letztere war ursprünglich das einzige Deck, das zum Gehen für Menschen bestimmt war. Dieses Gehen an Deck hieß mit tel nie der deutsch over (deck) lopen, daraus ist overlop geworden, (bei Kilianus overlop = boord van't schip) und das ist zu Orlop zusammengezogen; hat also mit Urlaub nichts zu tun, die wörtliche Übersetzung würde vielmehr etwa Lauf(-planke) sein. In so fern ein Deck aus (Decks-) Planken, aus Brettern, Dielen besteht hieß ein solches althochdeutsch dill a, mittelhochdeutsch dille, altnordisch thilja = Ruder bank; französisch tillac, spanisch till a, portugiesisch tilha, Deck. — Früher sagte man zuweilen auch Raum anstatt Deck, s. Raum.
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