Rahe

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
die. „Segelstange.‟ Wird auch Raa, Raae, Rah geschrieben. Das aus einem aufgeweichten g ent stand ene h verlangt sein Recht. Mit tel nie der deutsch rhaa; hier ist das h, wenn es auch an verkehrter Stelle steht, doch nicht ganz verloren gegangen; Lübecker Zunftrecht: „Ein lehrknecht, de sine lehrjahre uthgedenet, schal tom provestücke maken ein rhaa, mast vnd roer.‟ Das Erste was einem beim Anblick einer Rahe in die Augen fällt ist daß sie ragt, we it in die Luft hinausragt. Und das Ragende hat bei der Benennung gewiß den Au chlag gegeben. Gothisch rakjan, ragen. Schon im Althochdeutschen hatte sich die Lautverschiebung vollzogen: rah a, Stange; mittelhochdeutsch schon rahe wie heute. Altnordisch râ; Teuthonista: rae, des scheeps balck geheyten en ra dair dat segel of seyle an gevesticht is. Niederländisch ree. Diese letzten drei For men sind Zusammenziehungen nach Schwund der Gutturale oder des aus ihr entstandenen h und bedeuten ein Zugeständniß an nie der deutsche Einsilbigkeit. Die Schreibart Rahe, als an die Herkunft erinnernd, ist vorzuziehen. Beim Otfried kommt eine Stelle vor: „Zimb or on thia rach a‟, was wohl mit dem erwähnten rah a verwandt sein dürfte.
Readham'da tam maddeyi gor →