Krawelboot
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
das, ist von der Lage der Planken zu einander genannt, die seine Bordwand bilden. Es hat nur eine Plankenlage (im Gegensatz zum Diagonal boot) und die Planken stoßen stumpf aufeinander. Sie sind also wie die Schiffsplanken neben einander befestigt und wie diese auch gedichtet oder kalfatert. Krawel ist Versetzung (Metathesis) von Karwel. Wie das englische carve zunächst nicht einschneiden oder au chneiden, sondern nur schneiden bedeutet, so bedeutet das nie der deutsche karfe, karve nicht bloß „Kerbe‟, sondern auch Schnitt, Abschnitt, Stück; umkarf ein Stück Brot ums ganze Brot herumgeschnitten. Das Schneiden, Abschneiden ist also au chlaggebend, und zwar nicht nur weil die einzelnen Planken be sonders sorgfältig geschnitten, gut auf einander pa end geschnitten werden mü en; man darf gewiß auch daran denken, daß die beiden Planken „mite in an der abschneiden‟ im Sinne von: „aufeinander oder ane in an der genau pa en.‟ — Niederländisch karvielwerk; darunter versteht Roeding (1794) „alle Hölzer und Planken, die nicht klinker weise über einander liegen, sondern mit ihren Kanten dicht an einander schließen.‟ — Die ersten Spuren des Karvielwerks führen nach Hoorn in Holland (nach dem auch das Kap Hoorn den Namen hat) D. Delius in seiner Beschreibung von Hoorn: „In't jaer 1460 werden hier de eerste Carviel-schepen gemaeckt, daar men te vooren niet hadde dan Hulken, Razeilen en kraiers, en die altemal gewracht Crap-schuits wijze met de planken op malkander.‟
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