Mundpfropfen
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 6
der, ein Pfropfen, der in die Mündung einer Kanone gesteckt wird, wenn diese außer Gebrauch ist. Das Wort bedürfte der Aufnahme nicht, wenn man nicht im Munde der Krieg chiffsleute öfters die Frage, in übertragenen Sinne als Ausdruck der Verlegenheit, hörte: „Wo legen wir den Mundpfropfen hin‟. Dieses geflügelte Wort stammt aus einer Geschützinstruktion an Bord eines S. M. Schiffe. Als einmal ein Feuerwerksmaat seiner Geschützbedienung genau alle Hand griffe und Be we gun gen beim Klarmachen eines Geschützes zum Exerzieren auseinandergesetzt hatte, endigte er seine Instruktion etwas allzu wichtig tuend mit den Worten: „Nun entsteht aber noch die große Frage: wo legen wir den Mundpfropfen hin?‟, den zum Exerzieren aus der Mündung herausgenommenen.
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