Gast

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
der. Dieses Wort wird in be sonde rem seemännischem Sinne gebraucht um einen Mann (Matrosen etc. etc.) zu bezeichnen der vorübergehend irgendwo einen Posten auszufüllen hat, z. B. Oberbramsegelsgast, Rudergast, Boots gast. Aber auch (eigentlich fälschlich, da Gast doch nur einen irgendwo vorübergehend sich Aufhaltenden bedeutet) zur Bezeichnung einer dauernden Verwendung, wie Steuermannsgast; ja sogar eines Lebensberufes : Zimmermanns-, Bäckers-, Malersetc. etc. Gast. Mehrzahl sonst meist Gasten, jetzt mehr Gäste, da das Hochdeutsche über das Nie der deutsche die Oberhand gewinnt. Sowohl unserem Gast als dem late in is chen host is liegt die west in do german is che Form ghost is = Fremdling zu Grunde, (de en Wurzel ghas = e en sein soll, so daß ein Gast also zuerst als E er erscheint). „Beach tens wert ist‟ sagt Kluge treffend, „nach wie verschiedenen Seiten Germanen und Römer das alt ererbte Wort für „Fremdling‟ be griff lich umgebildet haben: dem Römer wird der Fremdling zum Feind, bei den Germanen genießt er die größten Vorrechte.‟  — In Holland und Ostfriesland heißen die Armenhäuser Gasthäuser, entsprechend den hochdeutschen Elendenherbergen, Unterkunft tätten für Fremde .
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