Sicht
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
die, das Ansehen, der Anblick, der Zustand in dem man etwas sieht, mit den Augen wahrnimmt. Es ist ein Verbalabstractum zu sehen. „Der Leuchtturm kommt in Sicht‟, „wir lagen in Sicht von Helgoland.‟ Es ist gleich dem hochdeutschen Gesicht in der Bedeutung „zu Gesicht bekommen.‟ Der hochdeutsche Übersetzer der „Durchläuchtigsten Seehelden‟, Sulzbach 1681, sagt sogar mißverstandener und mißverständlicher Weise „ins Gesicht bekommen‟; er meint dam it natürlich nicht „eine (Ohrfeige) ins Gesicht bekommen‟, sondern schreibt: „Als die Holländische Flotte auf die Höhe vorbesagter ma en kommen war, setzte sie ihren Lauff recht nach der Küste von Brasilien zu, welche sie den vierdten May ins Gesicht bekamen‟... Von Sicht hat sich der Seemann ein Eigenschaftswort sichtig gebildet, das in der Verb in dung „sichtig Wetter‟ eine Witterung bedeutet bei der man gut, deutlich, we it sehen kann. Auch ein Zeitwort: sichten ; vers chi eden von dem Zeitwort sichten = sieben, bedeutet es: „zu sehen bekommen‟.[P2: should be comma] „in Sicht bekommen‟, „wir sichteten soeben den Pic von Teneriffa.‟ Sichtweite eines Leuchtfeuers ist der Umkreis, in dem das Feuer gesichtet werden kann; vers chi eden also von Sehweite, denn so heißt die Entfernung auf die einer sehen kann, Sichtweite aber die Entfernung auf die einer gesehen werden kann.
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