Jolle
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
die, heißt jetzt ein kleines Schiffsbeiboot das gewöhnlich gerudert wird, aber auch segeln kann und be sonders als Kochboot für Köche und Stewards dient, auch gebraucht wird um Beurlaubte in geringerer Zahl an Land zu bringen oder wieder abzuholen, überhaupt ein Arbeitsboot, kurz aber ziemlich breit. Zu dem angegebenen Zwecke dient die Jolle schon seit Jahrhunderten. „Aldus was gemelte H. K. szulffander mith eynere jollen ilendes in de hauene nha zodaneme schepken gefaren‟ (aus Wismar 1520). Ostfriesisch jul, jülle, niederländisch jol, wangerländisch jel, auf der Spree gelle, sonst nie der deutsch auch golle und jölle, (g und j läßt sich oft nicht auseinanderhalten); dänisch jolle, englisch yawl, schwedisch jelle, julle, französisch jelle, jol. Wegen der For men mit g im Anlaut ist Herkunft vom griechischen gaulos nicht unwahrscheinlich. Und zwar würde sogar die Form heute noch stimmen, da gaulos ein ovales phönizisches Lastschiff war. Ob nun die Friesen und Sachsen, die frühe schon die französischen Küsten mit ihren Schiffen befuhren, das inzwischen durchs Late in is che und Provençalische ins Französische gedrungene Wort mit heimgeführt haben, ob vielleicht in uralten Tagen schon die Phönizier selbst es an den Küsten der Nordsee zurückgela en haben, das wird sich schwer entscheiden la en. Jedenfalls hat es schon früh einen Zeitpunkt gegeben, wo die Jolle im Ged an ken gang deutscher Seeleute eine bedeutende Rolle spielte, da sie den einfachsten Flaschenzug nach ihr Jolltau , Jollentau auch kurzweg Jolle nannten.
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