Pinass(e)
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 6
die, auch (fälschlich) Pinna (e) geschrieben, eins der großen Beiboote, jetzt fast nur noch dampfend, daher meistens Dampfpina e oder -pina gesagt wird, mit dem Ton auf Dampf und Wegla ung des auslautenden e. Offenbar zuerst ein aus dem Holze der Fichte, pin us gebautes Boot. Der Name ist im roman is chen Sprachgebiet ent standen und weiter gebildet: ital. pinaccia, spanisch pinaza, französisch (um 1700 als Seem anns wort allgemein im Gebrauch) pina e. Das e ist stumm, also tut der Seemann recht, es unausgesprochen zu la en, es würde in seinem Munde recht geziert lauten. — Im spanisch-englischen Kriege unter Königin Elisabeth waren Pina en als wirkliche seegehende, seeschlachtfähige Krieg chiffe im Gebrauch. Als im Jahre 1596 die Königin es für rats am hielt, „den Span is chen ihr angethanes Hertzleid selbst in ihrem tiefsten Eingeweide fühlen zu la en‟, sandte sie eine Flotte aus, die bei Cadix eine ruhmreiche Affäre hatte. Davon berichtet der Verfa er der „Durchläuchtigsten Seehelden‟ I 405: „Der Pinas des Ritters Robbert Southwel, der zu Kühn war, das Schiff Philip pus anzugreiffen, ward mit demselben verbrandt, das Volck aber davon gerettet.‟ Als im Jahre 1625 die Spanier den Holländern Bahia wieder abzunehmen sich rüsteten, waren bei der au egelnden Flotte einunddreißig Gallionen, eine Caravell, drei Tartanen und vier Pina en. Wenn diese auch die klein sten der Krieg chiffe waren, so waren sie doch immerhin groß genug, Bahia mit belagern zu helfen.
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