gondeln

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
scherzhaft für „zur See fahren.‟ „Nun gondeln wir in diesem angenehmen Wetter schon acht Tage umher‟, wird wohl gesagt wenn Sturm und Regen die Fahrt recht unangenehm machen. Den scherzhaften Beigeschmack dürfte das Wort auf dem Wege über Berlin bekommen haben, wo die Au prache bekanntlich „jondeln‟ ist, und so ausgesprochen klingt es noch um einen Ton scherzhafter. Byron beschreibt diese venezolanische Wa erdroschke, Gondola genannt, so: Didst ever see a gondola? for fear You should not, I'll describe it exactly: 'Tis a long covered boat that's common here, Carved at the prow, built lightly but compactly. Row'd by two rowers, each call'd „gondolier,‟ It glides along the water looking blackly, Just like a coffin clapt in a canoe, Where none can make out what you say or do. Gondel ist frühzeitig, d. h. vor etwa 360 Jahren in (hoch-)deutschen Gebrauch gekommen, Kluge führt die Diminutivform Gündelein an und bemerkt, daß Gondelein schon 1574 in Zeitungen über it alien is che Verhältni e vorkommt. Die Seemann prache hat sich, abgesehen von der modernen scherzhaften Weise, dem Worte gegenüber ablehnend verhalten.
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