rudern
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
die Tätigkeit, die mit dem Ruder, aber nur in seiner Eigenschaft als Fort be we gun gsm it tel, ausgeübt wird, (während die Tätigkeit die mit dem Ruder als Lenkungsmittel erfolgt, steuern (s. d.) heißt, daher wird dieses auch im Binnenlande Steuerruder genannt). Aber nur hochdeutsche Leute sagen rudern, was ein niederdeutscher Seemann ist, der sagt rojen . Diese Form hat er sich aus der althochdeutschen oder eher noch der angelsächsischen Form für Ruder, ruodor oder rod or, gebildet. Niederländisch roeijen, englisch to row, isländisch roa; „Bágd er ad róa einni ár,‟ mit einem Remen ist nicht gut rudern, vergl. Lüpkes „Seemann prüche.‟ Altnordisch róa; „I vindi skal vid höggva, vedri á sjó róa; myrkri vid man spjalla, mörg ern dags augu‟, „Im Winde soll man Holz hauen, bei gutem Wetter in die See rudern, im Finstern mit Weibern kosen; viele Augen hat der Tag.‟ Lüpkes p. 146. Angelsächsisch rôwan. — Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß dem Ruder und rudern wohl auch eine Wurzel ru zugeteilt worden ist, die spalten bedeutet, so daß man daran zu denken hätte, wie das Ruder das Wa er „spaltet‟; inde en ist das doch ein recht nebensächlicher Gedanke (vergl. Ruder), wenn auch im Altkirchenslavischen grab a sowohl „ich grabe‟ als auch „ich rudere‟ (grabe in den Wellen) heißt.
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