Hulk

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
die, heißt jetzt ein altes, für seinen Zweck nicht mehr gebrauchtes Schiff, das als Kaserne, Werkstatt, zu Unterrichtszwecken benützt wird. Das Wort ist heruntergekommen, denn im Mittelniederdeutschen war eine Hulk oder Holk etwas ganz and eres, Höheres, nämlich ein großer Kauffahrer, den die Schiffsbesichtigungskommi ion, wenn es damals schon eine gegeben hätte, hätte im Auge behalten mü en, denn er war so gebaut, daß er leicht als Krieg chiff eingerichtet werden konnte. „Unde wunnen ene af dre grote holke unde etlicke andere clene schepe.‟ „Aldus quemen dar twe grote holke.‟ „De Lübeschen hadden by der borch ein gros schip, eynen holck.‟ „Eyn schipher van Lubeke seghelde myt ene me groten holke wol geladen.‟ (Lüb. Chron.) „Dar bleff eine nye holcke van Lubeck van 300 lasten.‟ Das Geschlecht wechselt also zwischen männlich und weiblich; jetzt ist es weiblich. Kilian, der mehr nach dem Niederländischen neigt, hat die Form hulcke: koop-vaerders schip = Holcas, nav is oneraria, gravis, frumentaria, lat a, navigium latum vastumque. Das „Bremer Wörterbuch‟ übersetzt Holk mit Kauffahrer: „1445 fingen die Bremer einen Holck mit Ledder‟... „Se nehmen ock einen Holck mit Figen, Rosinen und anderen Guderen.‟ Der Name stammt ans dem Griechischen: helkein, ziehen, holke das Ziehen, holk us der Zug, so daß wir uns die Hulk ursprünglich als gezogenes, getreideltes (Fluß-)Schiff zu denken haben. Als seegehendes Schiff ist es aber bereits durch eine Urkunde König Aethelreds (978-1016) bezeugt: „si adveniat ceol vel hulcus et ibi jaceat 4 denarii ad telonium.‟
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